Mehr Aufmerksamkeit und Reichweite: Lassen Sie Bilder sprechen!

Dieser Beitrag wurde am 25.10.2015 aktualisiert.

shutterstock_130087352_kleinerHeute wird es auf „Amt 2.0“ ganz praktisch: Ich möchte Ihnen ein paar einfache Tipps an die Hand geben, wie Sie Ihre Beiträge in sozialen Netzwerken auf ansprechende Weise mit Bildern und Grafiken aufwerten können – und welche Qualitätsstandards Sie dabei beachten sollten. Durch eine gekonnte Visualisierung sehen Ihre Postings und Tweets nicht nur „schöner aus“, sondern sie ziehen auch mehr Aufmerksamkeit Ihrer Fans und Follower auf sich – und erzielen deshalb eine höhere Reichweite.

Reine Textbeiträge sind bei Facebook mittlerweile völlig unüblich – sie sehen langweilig aus und verleiten dazu, sie gar nicht erst zu lesen. Stattdessen sind es multimediale Inhalte wie Bilder und Videos, die im Newsfeed des größten sozialen Netzwerks dominieren und auch sofort ins Auge fallen. Auch bei Twitter werden visuelle Inhalte immer wichtiger: Tweets mit einem oder mehreren Bildern (möglich sind bis zu vier in einem Tweet) werden in der Timeline des Followers größer angezeigt und damit hervor gehoben.

instagram_logo_1000Was heute auch für klassische Medien wie Zeitungen und Zeitschriften gilt, gilt um so mehr für Online-Medien wie Webseiten – und soziale Netzwerke. Nicht umsonst sind Pinterest und vor allem Instagram als reine Bilder-Netzwerke äußerst erfolgreich – sie haben zusammen in Deutschland bereits knapp zehn Millionen Nutzer/-innen.

Für Unternehmen und Marken ist diese Erkenntnis ein „alter Hut“, weswegen bereits im März 2014 rund 75 Prozent ihrer Postings bei Facebook Bilder enthielten. Nur zehn Prozent (!) waren so genannte Link-Postings, noch weniger waren reine Textpostings.

Wenn Sie möchten, dass Ihre Beiträge gesehen, gelesen, geliked und geteilt werden, müssen Sie sie also durchgehend bebildern (dem Thema Bewegtbild/Video werde ich mich in einem separaten Blogpost widmen) – und dabei auf eine gute Qualität und zeitgemäße Darstellung achten.

Übrigens: Was beim Posten von Bildern rechtlich zu beachten ist, erkläre ich in diesem Artikel.

Je nach sozialem Netzwerk gibt es verschiedene Möglichkeiten, Bilder in die Beiträge zu integrieren, die ich hier zeigen und erklären möchte.

Bilder bei Facebook einbinden

Bei Facebook kann man zum einen ein Bild als Hauptinhalt posten und eventuelle Links (ohne Link-Vorschau) im Teasertext einbauen:

Foto-Posting mit Kurzlink im Teasertext

Foto-Posting mit Kurzlink im Teasertext

Möglich ist aber auch, mit der automatischen Link-Vorschau zu arbeiten: Fügt man einen Link in seinen Beitrag ein (beispielsweise auf einen Artikel der eigenen Homepage), erzeugt Facebook automatisch eine Vorschau mit Bild und kurzem (editierbarem) Teasertext. Wie groß das Foto erscheint, hängt jedoch von der Konfiguration der jeweiligen Website ab. Oftmals wird das Vorschaufoto zu klein ausgegeben, als dass es den Beitrag auf den ersten Blick attraktiv machen und die Aufmerksamkeit des geneigten Lesers auf den Text ziehen könnte. Unter anderem deshalb bietet Facebook seit kurzem die Möglichkeit, statt dem vorgegebenen ein eigenes Bild in die Link-Vorschau einzubinden.

Link-Posting mit automatisch generierter Vorschau

Posting mit automatisch generierter Link-Vorschau (großes Vorschaubild)

Link-Posting mit automatisch generierter Vorschau (kleines Vorschaubild)

Posting mit automatisch generierter Link-Vorschau (kleines Vorschaubild)

Upload eines eigenen Link-Vorschaubildes

Upload eines eigenen Link-Vorschaubildes

Nutzen Sie bei zu kleinen oder unattraktiven Bildern unbedingt diese Funktion, um ein eigenes Blickfang-Foto hochzuladen und Ihren Beitrag „schöner“ zu machen! Was vielleicht pingelig klingt, macht sich in durchschnittlich mehr Likes, Shares und (damit einhergehend) Facebook-Reichweite bemerkbar.

Welche Variante ist nun besser – ein Foto mit Link im Text oder ein Beitrag mit Link-Vorschau?

Eine zeitlang wurden mit Foto-Postings bei Facebook höhere Reichweiten erzielt als mit reinen Link-Postings. Dann hat Facebook allerdings die Reichweite für Link-Postings generell wieder erhöht. Da Facebook immer wieder einmal Änderungen in seinem Newsfeed vornimmt und damit die Reichweite von Beiträgen steuert, empfehle ich Ihnen zum einen, ab und an selbst auszuprobieren, welche Variante bei Ihrer Seite gerade besser „funktioniert“. Zum anderen empfehle ich, bei der Darstellung zu variieren – wenn Sie Ihren Fans abwechselnd Beiträge mit einem Bild, mit mehreren Bildern, mit Text-Bild-Grafik, mit optimierter Bild-Linkvorschau sowie mit Video bieten, macht das Ihre Facebook-Seite attraktiv. Ein Best-Practice-Beispiel für Abwechslung bei der Bebilderung ist die Facebook-Seite der Bundesregierung.

Bilder bei Twitter einbinden

Bei Twitter lassen sich bis zu vier Bilder in einen Tweet einbinden. Ob Sie nun ein Bild oder gleich vier twittern – es „kostet“ dieselbe Anzahl an Zeichen, nämlich 23 von 140. Die restlichen Zeichen bleiben Ihnen für einen begleitenden Text. Hier die beiden Varianten:

Tweet mit einem Bild:

Tweet mit mehreren Bildern (diese werden automatisch als attraktiv aussehende Collage präsentiert):

Auch bei Twitter sollten Sie möglichst oft zwischen den verschiedenen Varianten abwechseln. Der Unterschied zu Facebook: Bei Twitter sind auch reine Text-Tweets noch „erlaubt“ und kommen sogar häufiger vor als Tweets mit multimedialen Inhalten. Dies sieht dann so aus (wie man Tweets auch ohne Bild interessant gestaltet, werde ich in einem anderen Beitrag thematisieren):


Bild-Text-Grafiken:
 Ziehen Sie Ihre Information ins Bild!

Verkehrsschilder, Info-Grafiken und Werbeplakate haben eins gemeinsam: Sie vermitteln auf einen Blick und in visueller Form eine Aussage, ohne dass zwingend ein Begleittext gelesen werden muss. Hiervon kann man sich viel abschauen, wenn es um visuelle Inhalte für Social Media geht.

Ein derzeit absoluter Social Media-Trend (auch bei Behörden) sind kleine „Gesamtkunstwerke“, also Bilder und Grafiken mit etwa integrierten Slogans, Zitaten, Zahlen, Fakten oder Logos.

Hier ein paar Beispiele:

Facebook-Grafik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

© BAMF

Facebook-Grafik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

© BAMF

Facebook-Beitrag des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

Ein Teaser-Text kann ein solches „Kunstwerk“ natürlich noch sinnvoll ergänzen. Statement-Posts wie die gezeigten sind idealerweise jedoch auch ohne den Begleittext verständlich und daher „teilbare“ Eyecatcher in sozialen Netzwerken.

Best-Practice-Beispiele für Bild-Text-Grafiken bei Behörden sind beispielsweise die Facebook-Seiten der Bundesregierung, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Verwenden Sie nur hochwertige Fotos 

Auch bei Fotos ist unbedingt auf eine hohe Bildqualität zu achten. Würden Sie eine gedruckte Image-Broschüre für Ihre Stadt oder Behörde mit selbst geschossenen, möglicherweise zu dunklen oder unscharfen Bildern bestücken? Oder schlechte Schnappschüsse von Ihrem Behördenleiter an die Presse geben? Nein? Na also.

83HFür Fotos in sozialen Netzwerken sind grundsätzlich gleich hohe Maßstäbe anzusetzen wie für Ihre klassische Öffentlichkeitsarbeit. Gelegentliche Schnappschüsse sind in Social Media zwar auch für Behörden erlaubt – sofern bewusst und sparsam eingesetzt und als solche erkennbar, können sie einem „amtlichen Profil“ sogar einen persönlichen und bodenständigen Touch verleihen. Doch die Regel sollten „Hochglanz-Inhalte“ sein. Das bedeutet: Verwackelte und zu dunkle Bilder sind ebenso tabu wie solche mit unattraktiven „Blitzschatten“. Schicken Sie also nicht den Praktikanten auf Ihre behördlichen Veranstaltungen, um dort Fotos für ihre Social Media-Profile zu machen – sondern jemanden, der fotografieren kann. Viel wichtiger als eine teure Ausstattung (gute Fotos lassen sich heute schon mit aktuellen Smartphones machen) ist die Person hinter der Kamera. Bei größeren Events kann es sich lohnen, einen Fotografen zu beauftragen.

Tipp: Beschränken Sie sich auf Ihren Profilen und Seiten keinesfalls auf selbst gemachte Fotos, sondern setzen Sie auch Schmuckfotos ein. Wo Sie günstig oder sogar kostenlos professionelles Bildmaterial herbekommen, verrate ich hier.

Gute Bilder ersetzen nicht gute Inhalte

Das wichtigste zum Schluss: Langweiligen oder (mit dem Vokabular von Facebook gesprochen) nicht relevanten Inhalten nützt es natürlich nichts, in „schönen Kleidern“ daher zu kommen. Ist Ihr Inhalt nicht interessant für Ihre Zielgruppe und bietet er Ihren Fans und Followern keinen Mehrwert, werden Likes und Shares auf Dauer ausbleiben. Achten Sie daher auf beides (in dieser Reihenfolge): Einen guten Inhalt und eine ansprechende „Verpackung“!

Ihre
Christiane Germann

Foto-Nachweise: Bild 1: shutterstock.com/Instudio 68, Bild 2: shutterstock.com/Ksenia Lokko.

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